Dienstag, 25. Mai 2010

Reflection

Heute ist ein Tag, da möchte ich auch einen Beitrag zur unsichtbaren Welt leisten. Und zwar habe ich eine Weile darüber nachgedacht, welche Struktur wohl ein System haben müsste, damit es sich selbst regulieren kann. und was ich mir so ausgedacht habe, das ist diesem Bild zu sehen:



Dieses Bild erklärt sich natürlich nicht selbst, weshalb ich dazu auch gern noch ein paar Worte verliere. Die Darstellung zeigt eine "physische" Sicht und keine "logische". Das heißt dass die einzelnen Teilkomponenten sowie die "Drähte" sowie die Fließrichtung der Informationen zwischen ihnen dargestellt werden. Um ein logisches Modell darzustellen, müssten die Informationsflüsse selbst zwischen den Teilen des Systems eingezeichnet werden (Vielleicht mache ich das ja auch nochmal irgendwann).
  • Es gibt einen "Prozessor". Das ist die zentrale Denkeinheit. Darin ist nichts gespeichert. Er rechnet einfach nur. Das Interessante ist, dass dieser Prozessor als einziger eine Verbindung zu den Modellen besitzt, sodass er diese aktuallisieren kann. Er wird mit Werten aus den Eingängen "I" gefüttert. Liegen dort neue Werte an, so wird ein neuer Berechnungszyklus des Systems initiiert.
  • Die Modelle haben folgende Inhalte:
    • Das "Environment Model" stellt ein geistiges Abbild der Umgebung des Systems dar. Von seinem Inhalt habe ich keine Vorstellung. Da müsste ich mich wohl noch ein bisschen mit Kognitionswissenschaften befassen. Auf jeden Fall kann das Vorhandensein neuer Eingangswerte dazu führen, dass dieses Modell aktualisiert wird.
    • Das "System Model" stellt ein Abbild des Systems selbst dar. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass innerhalb des System Models Abbilder aller Komponenten zu finden sind, die auch in dem System selbst vorhanden sind.
    • Das Goal Model repräsentiert die Ziele, die das System verfolgt. In gewisser Weise ist das so eine Art Zwischenspeicher, in dem die Gründe für die Aktionen des Systems abgelegt sind.
  • Damit das System auch etwas tun kann, gibt es "Functions". Sie repräsentieren die Fähigkeit des Systems, seine Umwelt zu manipulieren. Um dies zu erreichen, werden sie vom "Prozessor" mit den Eingangswerten versorgt.
  • Die von einer "Function" ausgeführte Aktion wirkt sich auf die Ausgänge "O" des Systems aus, indem dort neue Werte angelegt werden. Gleichzeitig kann eine Funktion auch dafür sorgen, dass eine neue Berechnungsschleife vom System durchlaufen wird. Das geschieht mit Hilfe eines entsprechenden Signals an den "Prozessor".
  • Weiterhin sendet eine "Function" an den "Prozessor" auch spezielle Signale, die eine Anpassung des "Goal Models" zur Folge haben. Das kann z.B. die Information sein, dass Treibstoff gebraucht wird, der für ihre Ausführung vonnöten ist. Da der "Prozessor" für seine Berechnung ständig sämtliche Informationen aus allen Modellen verwendet, wird diese neue Information auch mit ausgewertet.
Aus meiner jetzigen Sicht macht das Sinn...

Samstag, 22. Mai 2010

Prequel

Der Anlass dieses Postings ist nicht, dass mir wieder mal ein paar abstruse Gedanken durch den Kopf gegangen sind, sondern dass ich meine früheren Gedanken nun auch in Form eines Blogs darstellen möchte - und zwar unter: A nern on a search.

Die hab ich natürlich schon vor einer ganzen Weile geschrieben, weshalb sie sich auch mit einem etwas anderem Thema befassen. Trotzdem sind sie die Vorläufer dessen, was ich heute denke und haben mich deshalb hierhin gebracht.

Durch die Verkettung dieser beiden Blogs soll eine gewisse Verschiebung in den Kernpunkten, über die ich mir Gedanken mache, deutlich werden. War es früher die Technologie - im Besonderen C++ - so habe ich im Laufe der Zeit verstanden, dass Technologie nur so gut ist, wie sie von Menschen verstanden werden kann. Deshalb lege ich heutzutage mehr Wert darauf, dass technische Konzepte verstanden werden müssen. Und natürlich spielt sich das im Kopf des Menschen ab.

Dass die Welt zunehmend unsichtbar wird, ist dabei eine Auswirkung dessen, dass Menschen immer kompliziertere Konzepte verstehen und anwenden....

Freitag, 21. Mai 2010

Der König des Elfenbeinturms oder: Das Pendel

Ich kenne den König des Elfenbeinturms. Er ist verantwortlich dafür, dass eine Gruppe von Menschen für ihre Firma zielstrebig und sinnvoll (also so, dass am Ende ein Mehrwert herauskommt) arbeiten. Primär hat er Personalverantwortung. Aber trotzdem nimmt er immer wieder Einfluss auf Projekte, die von seinen Untergebenen gemacht werden sollen.

Der König des Elfenbeinturms hat vor vielen Jahren studiert und ist dann gleich "in die Wirtschaft" gegangen. Damit der Umstieg vom "freien Denken" hin zum zielstrebigen Arbeiten" aber nicht so schwer fällt, ist er in eine Forschungsabteilung gegangen. Dort hat es ihm so gut gefallen, dass er geblieben ist. Kein Druck, viel Geld, wenn etwas schiefgeht, schimpft niemand - schließlich ist in der Forschung nie so ganz klar, was am Ende rauskommen soll. Also kann ja auch mal nichts rauskommen....

Nun muss man eines wissen: Der König des Elfenbeinturms ist in einer Forschungsabteilung angekommen, in der er auch gar nicht mit der Aussenwelt kommunizieren durfte. Wieso? Weil er zu innovativ war, um dem gemeinen Volk in der Realität erzählen zu können, woran er gerade arbeitete. Das hätte ja dafür sorgen können, dass das gemeine Volk daran hätte teilhaben wollen. Dann wären sie vielleicht zu ihm gekommen und hätten gefragt, wann es fertig ist. Das ging nicht. Er hätte sich ja festlegen müssen und nicht mehr "frei schweben" können. Dann hätte es ja keinen "Freiraum" gegeben.

Wie dem auch sei: Über die Jahre nahm seine Karriere ihren Lauf und nach 20 Jahren war er dann verantwortlich für ein paar Leute. Eine hohe Stufe. Jetzt konnte er endlich seine elfenbeinischen Forschungen auf mehrere Köpfe verteilen. Auf den Geschmack gekommen liebäugelt er auch schon mit der nächsten Stufe. Noch mehr Leute. Vor seinem inneren Auge wird die ganze Welt zu Elfenbein. Doch dann kommt ein anderer aus der echten Welt. Und er schießt - angetrieben von dem ganzen Druck, der dort herrscht - in den Elfenbeinturm hinein und an unserem König vorbei, landet auf der Stufe über ihm und versperrt ihm so den Weg.

Am Boden zerstört zieht er sich in sich zurück und baut eine Barriere um sich herum auf. Er hat doch immer alles richtig gemacht. Die elfenbeinischen Forschungen betrieben, wie es von ihm verlangt wurde. Was lief nur falsch? Er beschließt, einfach weiter zu machen und seine Werte an seine paar Untergebenen weiter zu geben. Doch seine Untergebenen sind nicht blind. Wenn sie am Abend den Elfenbeinturm verlassen, dann sehen sie die echte Welt und fragen sich, wieso nie etwas von ihrer Arbeit draußen ankommt.

Langsam kommen sie dahinter, dass man in der echten Welt schaun muss, um etwas zu finden, das dort von Relevanz ist. Und dass wollen sie auch umsetzen. Vor jedem Projekt gehen sie zu ihrem König und bitten um die Erlaubnis, das gemeinen Volk befragen zu dürfen, was es bewegt. Doch der König sagt immer: "Nein. Denk Dir was aus!". Sie verstehen das nicht. Wieso will der König das nicht? Irgendwann ist ihre Geduld erschöpft. Sie kennen die Antwort auf ihre Frage ja schon und beschließen, ihre Projekte so durchzuführen, wie sie es für richtig halten. Für den König decken sie einfach einen Schleier aus Elfenbein darüber.

Und er ist es zufrieden. Wenigstens seine Untergebenen haben verstanden, dass Elfenbein gut ist...