Im Zimmer gibt es einen Fernseher mit Satellitenempfang, den wir in den vergangenen 8 Tagen nicht ein einziges Mal benutzt haben. Nur heute habe ich einen halbherzigen Versuch unternommen, einen deutschen Fernsehsender anschauen zu können. Wir wollten wissen wie das Wetter bei unserer Rückreise sein wird. Es hat nicht geklappt.
Ich habe gerade meine heutige "Lesestunde" beendet. William Gibson - Ferien. Zuerst die "Neuromancer-Trilogie" zu Ende gelesen und jetzt habe ich gerade "Virtuelles Licht" in der Hand. Gibson schreibt genial. Cyberpunk Poesie. Ich habe mal irgendwo eine Kritik gelesen, die "Neuromancer" bescheinigt, keinen Bezug zum Leben zu haben, aber gut geschrieben zu sein. Ich kann nur dem zweiten Teil zustimmen.
Gibson hat dieses Buch vor 20-25 Jahren geschrieben und für mich gibt es ein zwar übertriebenes aber trotzdem richtiges Bild der heutigen Welt wider. Diese Vermischung von echter Welt und "Datenwelt", die er beschreibt trifft meine Sichtweise praktisch auf den Punkt. Das Gefühl ist Melancholie. Und auch hier wieder eine Punktlandung.
Zitat aus "Virtuelles Licht": Wir haben nicht nur das Ende des Jahrhunderts hinter uns gebracht, die Jahrtausendwende, sondern wir sind auch ans Ende von etwas anderem gelangt. Einer Ära? Eines Paradigmas? Überall steht unsichtbar, "aus und vorbei"
So etwas lässt mich nachdenklich werden - und umso mehr, je mehr mir klar wird, dass man den ganzen Medienzirkus, der uns umgibt, nicht braucht. Seit 8 Tagen schauen wir uns nun diese Insel an und der Eindruck, der sich immer wieder einstellt, ist "Ist das schön". Eine grüne Insel voller Blumen und vielfältiger Gewächse. Eine kleine Ferienanlage mit Blick auf den Atlantik. Kleine Straßen und - dank Reiseführer - immer wieder gute Restaurants, in denen es gut schmeckt und schön und gepflegt aussieht.
Schade, dass ich morgen packen muss und übermorgen mitten in der Nacht wieder in die Maschinenwelt zurück muss.
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